Sprichst Du noch oder hörst Du schon?

 

Der etwas andere Stimmtipp!

 

Haben Sie sich schon einmal überlegt, dass Kommunikation aus 50% Zuhören besteht?

Nein? Dann schenken Sie doch dem Hören ab jetzt mal mehr Beachtung. Und, versprochen: das wird spannend! Denn über den Stimmklang und die Art und Weise des Sprechens wird eine Fülle an Informationen übermittelt - und das, außer bei Profi-Sprechern, meistens recht unbewusst….

Was klingt also zwischen den Zeilen auf der paraverbalen Ebene mit?

Richten Sie Ihren Fokus auf den Stimmklang und hören Sie, ganz unabhängig vom Gesagten, was für eine Grundbefindlichkeit Ihres Gegenübers mitschwingt: klingt diese Stimme eng, gepresst, angespannt und vermittelt ein Gefühl von Druck; oder klingt sie frei, klar und resonanzreich und Sie fühlen sich beim Hören wohl und entspannt?

Oder klingt diese Stimme vielleicht verhaucht und etwas brüchig und die Wirkung auf Sie ist Unsicherheit? Dagegen fassen wir zu einem/r Sprecher oder einer Sprecherin mit einem warmem, sonorem Stimmklang leichter Vertrauen und unsere Neugier ist geweckt.

Auch über das Sprechtempo geben wir viel von unserer Persönlichkeit preis. Schnelles, atemloses Sprechen wirkt nicht nur hektisch, sondern vermittelt unbewusst Hilflosigkeit und der souveräne Eindruck ist unweigerlich dahin - da können die Inhalte noch so brillant sein! Nimmt sich ein Sprecher dagegen Zeit, spricht mit Atempausen, nimmt in diesen Pausen Kontakt zu den Hörern auf, lässt das Sprechtempo ruhig fließen und zieht es nur an, wenn ein inhaltlicher Höhepunkt kommt, dann wirkt das auf uns gelassen, kompetent und selbstsicher. Als Hörer werden wir „mitgenommen“, was wiederum Sicherheit vermittelt und uns offen und zugewandt macht.

Stimmen klingen unterschiedlich und es gibt keine Stimme, die der anderen gleicht. Nützen wir diese Tatsache aus und hören wir auf diese Eigenklänge, die Individualität des Stimmklangs ist einzigartig! Die Kommunikation wird einfacher und schneller, wenn wir bewusst darauf hören „wie“ etwas gesagt wird und unsere Wahrnehmung auf die paraverbale Ebene richten. Sie werden staunen, wie interessant und aufschlussreich Gespräche, Präsentationen und Vorträge oder gar Monologe dann plötzlich werden!

Und: als Dirigentin mit langjähriger Berufserfahrung versichere ich Ihnen: Hören will gelernt sein! Es lohnt sich das Hören zu üben! Je öfters man das achtsame Zuhören praktiziert, umso reichhaltiger wird die akustische Welt! Und das alte Sprichwort von Sokrates bekommt wieder neue Bedeutung:

 

"Sprich, damit ich Dich sehe!"