STIMMPROBLEME- WAS TUN?

 

WAS TUN BEI HEISERKEIT?

 

Grundsätzlich: warten Sie nicht zu lange, bis Sie einen Phoniater, einen Stimmarzt oder- ärztin oder HNO-Arzt, - Ärztin aufsuchen. Geht die Heiserkeit nach 2-3 Wochen nicht vorbei, lassen Sie sich bitte untersuchen, denn viele Stimmprobleme können gerade im Anfangsstadium noch leichter gelöst werden, als wenn sich das Problem schon "verfestigt" hat.

 

Was Sie selbst tun können?

 

- Ausreichend trinken. am besten warmen Kräutertee in vielen kleinen Portionen - das hält die Schleimhäute feucht.

 

- Weich, leise und tief summen, wie ein "Bärenbrummen-Summen". Kauen Sie weich und langsam dabei, dann lockert sich zugleich die Mundmuskulatur. Atmen Sie zwischendurch entspannt und ruhig durch die Nase ein. Wenn die Lippen etwas kitzeln, dann ist das ein Zeichen, dass Sie es genau richtig machen. Beißen Sie beim Summen bitte nie die Zähne aufeinander. Zusätzlich können Sie die Hände flach auf die Brust legen und die Vibration spüren. Wenn es möglich ist, dann machen Sie dieses Summen mehrmals täglich, denn es ist Balsam für Ihre Stimme und wie ein Massage für die feinen Stimmbänder.

 

Tipp: Dieses Summen ist ein Indikator für die Stimmgesundheit. Geht es gar nicht und kommt nur heisere Luft und kein Ton: ab zum Arzt!

 

- Schonen Sie Ihre Stimme. Sprechen Sie nach Möglichkeit weniger, etwas tiefer als sonst (ohne die Stimme gewaltsam in eine unnatürliche Stimmlage zu drücken), sprechen Sie etwas langsamer und lassen Sie sich Zeit für Atempausen. Artikulieren Sie deutlich, "arbeiten" Sie mit Mund, Zunge, und Kiefer - damit versteht man Sie trotzdem gut, auch wenn Sie nicht so richtig bei Stimme sind.  Setzen Sie vermehrt Ihre Gestik ein, um zu kommunizieren.

 

Und warum bin ich heiser? Das kann verschiedene Gründe haben, z.B. einfach eine Erkältung, die sich auf die Stimme legt, eine Entzündung oder auch Überanstrengung der Stimme durch langes lautes Sprechen oder auch Schreien. Leider sind für Heiserkeit manchmal aber auch schwerwiegende Erkrankungen verantwortlich, wie ein Tumor oder andere organische Veränderung der Stimmbänder.  

 

 

MEINE STIMME IST WEG!

 

Die Stimme kann nur klingen, wenn die Stimmbänder schließen und gleichmäßig schwingen. Ist dies nicht möglich. kommt kein Klang und Sie sind "aphon". Wenn Sie plötzlich und ohne vorher andere Symptome gehabt zu haben, Ihre Stimme verlieren, dann gehen Sie bitte zeitnah zum HNO-Arzt oder- Ärztin - nur sie können die Ursache durch eine Untersuchung der Stimmbänder klären und behandeln.  

 

Wenn Sie Ihre Stimme durch eine Kehlkopfentzündung verloren haben, dann müssen Sie unbedingt Stimmruhe einhalten bis die Entzündung abgeklungen ist - auch wenn es schwerfällt! Ansonsten riskieren Sie ein langwieriges Stimmproblem.  Und: Stimmruhe bedeutet auch nicht zu flüstern, denn gepresstes hartes Flüstern ist schädlich für die Stimme. Wenn es gar nicht anders geht, dann flüstern Sie nur leise, weich und locker und ohne jeglichen Druck und mit intensiver Artikulation, bewegen Sie Ihre Lippen und flüstern Sie bitte so wenig wie möglich!

 

 

ES KRATZT IMMER SO IM HALS UND ICH MUSS MICH STÄNDIG RÄUSPERN 

 

Viele Stimmprobleme äußern sich durch diese Symptome oder begleiten sie. Das ständige Räuspern tut den Stimmbändern aber gar nicht gut und verstärken wiederum das Stimmproblem - ein Teufelskreis! Oft liegt eine erhöhte Schleimproduktion zugrunde oder es könnte auch eine Grunderkrankung wie Reflux die Ursache sein. Bis Sie einen Arzttermin bekommen können Sie sich helfen, indem Sie statt dem Räuspern versuchen zu leise zu Summen, klopfen Sie sich mit der Faust leicht die Brust ab oder trinken Sie einen Schluck. Eine gute Ersatzstrategie für das Räuspern ist schnelles starkes Ausatmen: öffnen Sie den Mund und machen mehrmals Sie ein sehr starkes und kurzes tonloses (!) "Ha". Danach schlucken Sie bitte den Schleim herunter - das ist etwas unangenehm aber gut für die Stimme, denn sonst müssen Sie sich wahrscheinlich gleich wieder räuspern.

 

Für den Fall, dass Sie auch öfters Husten müssen, halten Sie sich Mund und Nase dabei zu, damit die Stimmlippen dabei geschont werden, denn auch das Husten strengt die Stimmbänder sehr an, sie werden dabei regelrecht gesprengt dabei und das tut ihnen nicht gut. 

 

Falls Sie kontinuierlich ein Fremdkörpergefühl im Hals haben, lassen Sie sich bitte auch zeitnah ärztlich untersuchen, denn dies könnte auch gar nichts mit Ihrer Stimme zu tun haben, sondern mit Ihrer Schilddrüse und muss abgeklärt werden.

Tipp: Für Ärzte ist es eine hilfreiche Information, wenn Sie bereits beobachtet haben, ob das Räuspern morgens oder abends vermehrt auftritt, nach dem Genuss bestimmter Speisen oder besonders in Stresssituationen.

 

 

MEINE STIMME ERMÜDET SCHNELL BEIM SPRECHEN 

 

Stimmermüdung, fehlende Belastbarkeit oder Veränderung des Stimmklanges im Tageverlauf sind alles Anzeichen, dass Ihre Stimme nicht "in Balance" ist und Pflege bedarf, eventuell auch eine Stimmtherapie. Leider sind die Wartezeiten auf eine Stimmtherapie inzwischen oft lang und was Sie, nach ärztlicher Abklärung der Ursache, inzwischen selbst tun können, um sich stimmlich "über Wasser zu halten" ist folgendes:

Trainieren Sie Ihre Atemmuskulatur, denn diese ist das Fundament Ihrer Stimme. Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl. Legen Sie ihre Hände auf den Bauch und atmen Sie so ein, dass sie spüren, wie die Bauchdecke sich hebt - bitte ziehen Sie nicht den Bauch ein, um schlank zu sein! Das Zwerchfell, unser Hauptatemmuskel, braucht nach unten Raum, um sich bei der Einatmung zu senken. Nur dann kann genügend Luft in die Lungen einströmen und sich der nötige Luftdruck aufbauen, damit die Stimmbänder schwingen. Nun atmen Sie auf ein sonores "w" aus, drücken Sie dabei leicht die Fersen in den Boden und tönen Sie so lange Ihr Atem reicht, ohne gegen Ende zu drücken oder pressen. Dann lösen Sie den Fersenimpuls, lassen die Luft wieder gedacht "in die Hände"  einströmen und tönen Sie mit einem neuen Ton. Machen Sie diese Übung morgens und abends jeweils einige Minuten, forcieren Sie nichts und achten Sie darauf, dass Sie sich dabei wohlfühlen. So stärken Sie Ihre Stimmkraft und im besten Fall, wird Ihre Stimme wieder belastbarer und kraftvoll!