10 TIPPS FÜR IHRE STIMMGESUNDHEIT
1) Wasser oder warmen Kräutertee trinken! Ihre Schleimhäute trocknen so nicht aus und die Flüssigkeit hilft der Stimme "geschmeidig" zu bleiben. Lieber öfters einen kleinen Schluck, als einmal viel!
2) Gähnen! Lang, laut und hemmungslos! Ihr Kehlkopf wird dadurch abgesenkt und diese Position entspannt die Stimmfunktion augenblicklich. Öffnen Sie den Mund weit beim Gähnen - keine Scheu!- es schaut ja hoffentlich niemand zu....und genießen Sie das entspannende Loslassen! Behalten Sie das Gefühl dieses weiten Gaumens beim Sprechen bei, denn Ihre Stimme bekommt dadurch mehr Klang ohne Anstrengung!
3) Nicht Räuspern! Ihre Stimmbänder knallen dabei regelrecht aufeinander und das tut ihnen nicht gut. Klopfen Sie stattdessen locker Ihre Brust ab und summen sie entspannte tiefe Töne- so als würden Sie wie ein Bär brummen- kauen Sie dabei auf einer imaginären "Luftkugel" im Mund, dann bleiben Sie locker.
4) Sprechen Sie mit kommunikationsangepasster Lautstärke, denn zu lautes Sprechen strengt Ihre Stimme unnötig an. Achten Sie im Alltag einfach immer mal wieder darauf, wieviel Lautstärke wirklich nötig ist, damit Sie von Ihren Gesprächspartnern verstanden werden. Wenn Ihre Stimme nicht ganz "fit" ist: Halten Sie sich in lauter Umgebung zurück und stimmen Sie nicht allgemeine "Schreien" ein.
5) Artikulieren Sie gut- das entlastet Ihre Stimme, wenn Sie mal angeschlagen sein sollte. Als Übung können Sie den Satz "Heute ist ein wunderschöner Tag" viermal langsam Sprechen und die Zunge dabei jeweils während einem Satz an Ihren hintersten Backenzähnen positionieren und dort lassen: erst oben rechts dann unten rechts, oben links, dann unten links. Machen sie sich dabei trotzdem so gut wie möglich verständlich- Ihre Artikulation und Ihr Stimmklang verbessern sich sofort.
6) Gönnen Sie sich Atempausen- beim Sprechen und auch im Leben! Schnappen Sie nie hektisch nach Luft, sondern nehmen Sie sich Zeit, um "zu Atem zu kommen" und vergessen Sie nicht: meine Atempause ist des Zuhörers Denkpause! Lassen Sie auch im Alltag immer wieder einige tiefe Atemzüge bis in Ihren unteren Bauch und sogar in Ihren tiefen Rücken strömen - die Aktivierung des Hauptatemmuskels "Zwerchfell" sorgt für viel neuen Sauerstoff im Körper und Power für die Stimme!
7) Achten Sie darauf mit ihrem eigenen Stimmklang zu sprechen - manchmal imitieren wir unbewusst andere Stimmen oder passen uns zu empathisch an den Stimmklang des Gegenübers an. Das tut aber unserer Stimme nicht gut! Bleiben Sie individuell und sprechen Sie mit Ihrem "Eigenklang", der einzigartig und unverwechselbar ist, bleiben Sie "bei sich", bleiben Sie authentisch!
8) Finden Sie beim Sprechen immer wieder in Ihre stimmliche Wohlfühltonlage zurück. Dies ist Ihr stimmlicher "Heimathafen" - gerade bei Stress und Druck wird die Stimme oft höher und klingt dann nicht nur angestrengt- sie ist es auch! Zur Übung: Denken Sie sich ein langweiliges Telefongespräch, der andere monologisiert und Sie machen immer wieder - mit entspannter Nasenatmung - "hm...hm.....hmmmmmm....ja......jaja.......jaaaaa" und schon haben Sie Ihre persönliche Sprechstimmlage gefunden!
9) "Erste-Stimm-Hilfe": Ihre Stimme ist angestrengt und das Sprechen fühlt sich mühsam an, aber Sie müssen noch zwei Stunden durchhalten.....was tun? Nehmen Sie eine Hand und führen Sie diese über Kreuz an die gegenüberliegende Halsseite. Dort ertasten Sie einen Muskel, der unter dem Ohr beginnt. Das ist der Sternocleidomastoideus. Diesen streichen Sie nun sanft von oben nach unten mehrmals aus. Dann auch auf der anderen Seite- dies entspannt sofort Ihre Stimmfunktion. Diese "Sterno-Massage" können Sie im STIMM-NOTFALL sogar mehr oder weniger unbemerkt während des Sprechens durchführen.
10) Achten Sie auf Ihr Kommunikationsverhalten! Monologe, meist auch noch mit Vollgas in schnellem Sprechtempo, werden schon genug gehalten! Gehen Sie sorgfältig mit Ihren Ressourcen sorgfältig um und vergessen Sie nicht: eine wirklich gute Kommunikation besteht zu 50 % aus Zuhören! Ihre Stimme dankt es Ihnen. Und: an einem "Bad-Voice-Day" bitte so wenig wie möglich sprechen - denn manchmal brauchen nicht nur wir unsere Ruhe, sondern auch die Stimme!